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Lidl Protest

Greenpeace protestiert vor 50 Lidl Filialen in Deutschland gegen schockierenden Zustände in riesigen Mastanlagen  für Billigfleisch. Foto: Bente Stachowske / Greenpeace

12. Mai 2017

Onlineredaktion: Cornelia Schröder

Lidl lässt Schweine leiden

Für eine bessere Tierhaltung in der  Fleischproduktion demonstrieren diesen Samstag hunderte  Greenpeace-Ehrenamtliche vor Lidl-Filialen in 50 Städten. In Oldenburg  stehen die Umweltschützer von 11 bis 15 Uhr mit einem zwei mal vier  Meter großen Fotobanner vor der Discounter-Filiale in der Wehdestraße 10  und informieren über die schockierenden Zustände in riesigen Mastanlagen  für Billigfleisch.

Oldenburg - Mit einem Rechtsgutachten hat Greenpeace kürzlich  belegt, dass die konventionelle Schweinehaltung gegen das  Tierschutzgesetz und die Verfassung verstößt. Auch die vom Einzelhandel  unterstützte „Initiative Tierwohl“, mit dessen Logo Lidl seine  Fleischprodukte bewirbt, entspricht nicht dem Tierschutzgesetz. „Lidl  muss den Verkauf von Fleisch aus rechtswidriger und tierquälerischer  Haltung stoppen“, sagt Christian Haupt von Greenpeace Oldenburg. „Jetzt  kann der Discounter zum Vorreiter für bessere Tierhaltung werden oder er  lässt Schweine weiterhin für sein Billigfleisch leiden. Lidl hat die  Wahl.“

Greenpeace liegt aktuelles Bild- und Videomaterial aus Schweineställen  vor, die unter anderem auch für Tönnies produzieren, einen der größten  deutschen Schlachtbetriebe. Tönnies wiederum beliefert auch Lidl für  dessen Eigenmarke Landjunker.


Lidl missachtet eigene Standards für Tierhaltung

In einem öffentlichen Positionspapier erklärt Lidl, auf bessere  Haltungsbedingungen zu achten. Die Tiere brauchen frisches Wasser und  gesundes Futter. Sie sollten keine Schmerzen erleiden müssen und stress-  und angstfrei leben können. Die Realität sieht oft anders aus: Die  Schweine leben oft in extremer Enge, auf nacktem Spaltenboden und im  eigenen Kot. Ihnen werden die Ringelschwänze betäubungslos gekürzt. Es  gibt kaum Tageslicht, keine frische Luft und keine Möglichkeiten zu  wühlen und zu spielen. Das führt häufig zu Krankheiten, Verletzungen und  Verhaltensstörungen.

Lidl lockt Kunden mit billigen Fleischprodukten in seine Filialen. Der  niedrige Preis hat massive Auswirkungen auf die Produktionsstandards, da  die Bauern dann weniger Geld für die Mast der Tiere zur Verfügung haben.  Um öffentlichen Angriffen entgegenzuwirken, finanziert der Einzelhandel  inzwischen zwar die Brancheninitiative „Initiative Tierwohl“ für einen  Teil der Produktion. Doch das Geld, das er dafür zahlt, und die zu  schwachen Kriterien reichen nicht aus, um die Bedingungen für die Tiere  durchgreifend zu verändern. Verbraucher können auch weiterhin nicht erkennen, aus welcher Tierhaltung die Produkte stammen.
Weitere Informationen erhalten Sie hier: www.greenpeace.de

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