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Perikles

Nach 37 Bänden und über 30 Jahren hat Frank Günther das gesamte dramatische Werk von Shakespeare übersetzt. Foto: Buchcober www.arsvivendi.com

01. Juni 2017

Onlineredaktion: Cornelia Schröder

Gesamte dramatische Werk Shakespeares übersetzt

Es ist ein Meilenstein der Übersetzungsgeschichte: Frank Günther hat mit der Fertigstellung von Perikles das gesamte dramatische Werk Shakespeares ins Deutsche übertragen – und dieses Mammutprojekt auch noch als Einzelperson geschultert.

Oldenburg - Perikles lautet der Titel des letzten Stücks der Gesamtausgabe; ein Stück, das einst die Massen ins Theater lockte und heute kaum noch gespielt wird; ein Stück, das bei den einen kaum mehr als vom Zufall zu handeln scheint und bei anderen wiederum als Parabel über alttestamentarische Geduld gilt; kurzum: ein Stück voller Widersprüche, bei dessen Übersetzung Frank Günther erneut seine Wandelbarkeit, tiefes Verständnis der elisabethanischen Zeit und sprachlichen Esprit unter Beweis stellt.

Das Drama, das er sich dieses letzte Mal vorgenommen hat, darf dabei weiterhin als Beweis für sein beispielloses übersetzerisches Können, sprachlichen Esprit und, ja, auch: Durchhaltevermögen gelten. Denn Perikles ist kein gefälliges Stück; es stammt, soviel man weiß, nicht aus der alleinigen Feder Shakespeares und ist so auch nicht aus einem Guss, weder stilistisch noch inhaltlich. Als ein »hanebüchenes Kuddelmuddel wilder Abenteuer« beschreibt Günther es in seinem abschließenden Bericht; und gibt selbigen den Titel »Stoßseufzer des ratlosen Übersetzers in der Shakespeare-Folterkammer«.

Dabei war Perikles in elisabethanischen Zeiten der Publikumsmagnet schlechthin. Und die Widersprüche gehen weiter: Was damals die Massen ins Theater lockte, wirkt heute, erneut in Günthers Worten, »atemberaubend absurd«; während der Text stellenweise »hölzern, gestelzt, steif, leblos« daherkommt, sind doch andere Stellen wieder »aus tiefster Brust entsprungen und gewiß gelungen«; und wenn die einen außer dem alles überstrahlenden Zufall »erst einmal kein tiefergehendes Thema« erkennen können, ist das Stück für die anderen doch eine »philosophisch-theologische Parabel über alttestamentarische Geduld und stoisches Ertragen widrigen Schicksals«.

Aufzulösen sind diese Ambivalenzen natürlich nicht – vor allem dann nicht, wenn ein Stück so schlecht überliefert ist wie Perikles. "Da wird Übersetzen vom beschwingten Tanz zwischen Sprachen zum Steineklopfen im Fußnotenbewergwerk", schreibt Günther. Allerdings: "Nachdem der Übersetzer sich endlich durch das enervierende Gepfriemel des philologischen Klein-Klein hindurchgequält hatte, bei dem er kaum je drei Verse nacheinander ohne zu stolpern überschauen konnte, stellt er zu seiner eigenen Überraschung auf einmal doch eine merkwürdige Kohärenz des absurden Popcorn-Theaterstücks fest, eine seltsame Verbundenheit der disparaten Teile, ja, so etwas wie einen unterirdischen Strom, der das Stück trägt".

Am 2. Oktober diesen Jahres wird Frank Günther 70 Jahre alt. Doch das ist nur einer von vielen Gründen, ihm Glückwünsche auszusprechen. Die anderen liegen in Jahren der verdienstvollen Textarbeit, in einer modernen, frischen Shakespeare-Gesamtausgabe, der nur die Sonette und die nichtdramatischen Dichtungen zur Vollendung fehlen – und natürlich auch im vorliegenden Stück, Perikles.

Frank GüntherFrank Günther wurde am 2. Oktober 1947 in Freiburg geboren, arbeitete als Theaterregisseur, bevor er sich in erster Linie der Shakespeare-Übersetzung widmete. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2011 mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis. Auszeichnungen und Ernennungen:
Christoph-Martin-Wieland-Preis für Übersetzer · 2001
Übersetzerpreis der Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Stiftung · 2006
Gastprofessur für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin · WS 2007/2008
Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung · 2011

Foto: Isolde Ohlbaum

Perikles cover

Bibliografische Daten
William Shakespeare · Frank Günther
Perikles, Fürst von Tyrus
Mit Anmerkungen des Übersetzers, einem Bericht aus der Übersetzerwerkstatt und einem Essay von Andrew James Johnston
Band 35 der Gesamtausgabe (allerdings der 37. Band in der Veröffentlichungsreihenfolge)
Hardcover, Leinen
286 Seiten
ISBN 978-3-89716-190-0
€ 33,00 [D] · € 34,00 [A]
ET: April 2017



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