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180-Kunst und Kulturpreis 2017

 Übergaben den Kunst- und Kulturpreise (von links): Kreistagsvorsitzender Hartmut Post, die Preisträger Jan Kratzmann, Karl Pätau, Annika Stolle, Hella Einemann-Gräbert und Landrat Carsten Harings       Bilder: bodopell                      



20.Juni 2017

Onlineredaktion Bodo Pell


Kunst- und Kulturpreis für Hella Einemann-Gräbert und die Neerstedter Bühne

„Platt ist mehr als nur Theater“

Seit dem Jahr 2001 vergibt der Landkreis Oldenburg kontinuierlich einen Kunst- und Kulturpreis. Mit ihm werden vorbildliche künstlerische und kulturelle Leistungen in wechselnden Sparten ausgezeichnet. Der Kunst- und Kulturpreis 2016/17 wurde jetzt an Hella Einemann-Gräbert und die Neerstedter Bühne in der Gemeinde Dötlingen im Bereich Niederdeutsche Sprache vergeben.

Wildeshausen|Dötlingen- Zum achten Mal verlieh der Landkreis Oldenburg seinen Kunst- und Kulturpreis. Unter Mithilfe der Bevölkerung wurden Preisträger aus dem Bereich „Niederdeutsche Sprache“ gesucht. Eine Jury unter Vorsitz des Kreistagsvorsitzenden Hartmut Post, hat aus einer Auswahl von eingereichten Vorschlägen sich für Hella Einemann-Gräbert (57) und die Neerstedter Bühne in der Gemeinde Dötlingen entschieden.

Hella Einemann-Gräbert ist Fachlehrerin im Bereich Altenpflege an den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen. Früh hat sie erkannt, das alte Menschen in Alten- und Pflegeheimen nur Plattdeutsch sprechen und ein Vertrauensverhältnis zwischen Betreuer und zu betreuende Person nicht zusammen kam wenn sie nicht in ihrer vertrauten Sprache angesprochen werden. Darum hat Einemann-Gräbert in Zusammenarbeit mit Margret Hesselmann und Dette Zingler, Dozentinnen an den Berufsbildenden Schulen des Landkreises Oldenburg, Anne Schrader, Plattdeutschbeauftragte des Landkreises Oldenburg und Maike Sönksen, Beraterin für die Region und ihre Sprachen an der Niedersächsischen Landesschulbehörde die Broschüre „Plattdeutsch in der Pflege“ „Plattdüütsch in de Pleeg“ rausgebracht.
Inzwischen ist die dritte Auflage rausgekommen. Mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren, bezeichnete Landrat Carsten Harings Einemann-Gräbert als Bestsellerautorin.
179-Kunst und Kulturpreis 2017
Laudator Stefan Meyer von der Oldenburgischen Landschaft beschrieb sie als „absolute Vorreiterin“. Die Broschüre in den Bereichen Pflege, Dienstleistung und Landwirtschaft trügen zum Spracherhalt über den Schulbereich und die Strahlkraft ihres Engagements und ihrer weiteren Plattdeutschen Projekte reichen weit über den Landkreis Oldenburg hinaus.
Den zweiten mit 1500 Euro dotierten Preis ( 1000 Euro Einemann-Gräbert) bekam die Neerstedter Bühne aus der Gemeinde Dötlingen die als einziges Theaterhaus nicht nur im Landkreis Oldenburg, sondern auch im ganzen ländlichen Bereich des Oldenburger Landes eine Besonderheit darstellt.

Seit 1989, 28 Jahre lang, bietet es den Raum für innovative Aufführungen. Die meisten Aufführungen finden in niederdeutscher Sprache statt, so dass gerade auch den vielen plattdeutschen Laienspielgruppen die Gelegenheit geboten wird, in einem richtigen kleinen Theater zu spielen.

Für die Neerstedter Bühne nahm Vorsitzende Annika Stolle die Auszeichnung entgegen. Stolle die so alt wie die Bühne (28) ist, wurde von ihrer Mutter auf die Bühne aufmerksam gemacht. Bereits mit 14 Jahren saß sie an der Kasse. „Und da sitze ich heute noch“ erklärte sie als sie unter Tränen sich für die Auszeichnung bedankte. Mit dabei war Jan Kratzmann und Karl Pätau der Besitzer und Mitbegründer der Neerstedt Bühne ist. Er erzählte von den Anfängen wie die Bühne ohne Bestuhlung angefangen hat und er die gesamte Bestuhlung mit Hilfe schwer erziehbaren Jugendliche einer entsprechenden Instition das Inventar aus einem Kino in Bremen abbaute und in Neerstedt aufbaute.

Einemann-Gräbert sagte in ihre Dankesrede: „Wat mutt, dat mutt.“ Sie sei froh, dass nicht nur sie, sondern auch die Neerstedter Bühne als Institution zum Preisträger gekürt wurde. „Wenn ich alleine dagestanden hätte, hätte mir das nicht gefallen“.

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von Pattdeutschen Cohr "De Meckerring" der aus 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wildeshausen, Norden, Bad Zwischenahn, Großefehn, Nikolausdorf und Oldenburg kommen. 


181-Kunst und Kulturpreis 2017


Bisherige Preisträger

Erster Preisträger war im Jahr 2001 der Künstler Martin McWilliam aus Sandhatten.
Er erhielt die Auszeichnung für seine innovative Objektkunst.

Die Bildhauerin Insa Winkler (Hude/Hamburg) wurde Preisträgerin im Jahr 2003. Ausgezeichnet wurde die Vielseitigkeit ihres Werkes, in dem sich eine neue Kunstauffassung im Bereich der Bildenden Kunst zeigt.

Der Kunst- und Kulturpreis 2005 wurde an zwei Preisträger verliehen:
Julius Kraft aus Kirchseelte erhielt die Auszeichnung für sein Lebenswerk. Er ist Gründer der Interessengemeinschaft Bauernhaus und engagiert sich seit über 30 Jahren für Denkmalpflege in der ländlichen Region.
Der zweite Preisträger ist der Museumsverein „Alte Ziegelei“ in Westerholt, der für die Erhaltung, Restaurierung und Wiederherrichtung eines im Landkreis Oldenburg einmaligen Technikdenkmals durch außerordentliches ehrenamtliches Engagement geehrt wurde.

Der vierte Kunst- und Kulturpreis des Landkreises Oldenburg wurde 2007 im Bereich „Publizistik mit dem Schwerpunkt Regionalgeschichte“ ausgelobt und wie folgt vergeben:
1. Preis:
Horst Wichmann aus Dötlingen erhielt die Auszeichnung für sein Lebenswerk. Er hat sich in besonderem Maße durch sein langjähriges Engagement und die umfangreichen Publikationen über die Geschichte des Dorfes und der Gemeinde Dötlingen verdient gemacht.
2. Preis:
Dirk Faß aus Großenkneten wurde geehrt für seine tiefgründige und vielseitige schriftstellerische Tätigkeit auf dem Gebiet der Heimat- und Regionalgeschichte, die er anspruchsvoll und verständlich zugleich darstellt und vermittelt.
3. Preis:
Hans-Hermann Büsselmann und Heinz Büschelmann aus Wardenburg bekamen den Preis für ihr Buch über die Ortschaft Littel als herausragendes Beispiel für eine Dorf-Chronik im Landkreis Oldenburg.

Der fünfte Kunst- und Kulturpreis für die Jahre 2009 wurde im Bereich Musik mit dem Schwerpunkt „Gesang, Chor“ ausgelobt und an Ralf Grössler und den Gospelchor „Joyful Voices“ (Wildeshausen) vergeben. Sie erhielten den Preis für innovative und vielseitige Chorarbeit, die über den Landkreis hinaus Gehör und Anerkennung findet.

Für das Jahr 2011 lag der Schwerpunkt in der kulturellen Jugendarbeit. Preisträger wurden Anke Rinne mit dem Zirkus Sternchen, Hatten und Anja Lüers als Leiterin des Grundschulorchester Kirchhatten.
Anke Rinne bekam den Preis für eine besondere Kinder- und Jugendarbeit im Circus Sternchen, die klassische Zirkuskünste mit kulturellen und sozialen Aspekten verbindet.
Anja Lüers wurde für vielseitige Orchester- und besonders engagierte Projektarbeit im Bereich der Kinderkultur mit Schülern der Grundschule Kirchhatten geehrt.

Die Bildende Kunst war im Jahr 2014 der Schwerpunkt der Auslobung. Den Preis erhielten Maria-Anna Nordiek, Künstlerin und Galeristin aus Sandhatten sowie Frank L. Giesen, Galerist in Hude.
Maria-Anna Nordiek wurde ausgezeichnet für ihr unverwechselbares künstlerisches Profil, ihre vielfältigen kulturellen Aktivitäten und kreativen Projekte, die in der Region vorbildlich sind.
Frank L. Giesen wurde geehrt für die Etablierung einer Galerie mit Alleinstellungsmerkmal, die an einem ungewöhnlichen Ort mit zeitgenössischer Kunst und hochkarätigen Künstlerinnen und Künstlern ein interessiertes Publikum aus der Region und dem weiteren Umland anzieht.




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