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008-Diakonie Himmelstür

In der Kapelle trafen sich die sechs Firmlinge (Mitte), Beschäftigte der Tagesförderung, die FSJlerinnen Jana Tran (links) und Carina Hülsemeyer (rechts), Mitarbeiterin Heidrun Ebbers (2. von links) und Pastoralassistent Christopher Waide (3. von links).    Foto: Barbara Wündisch  



11. Januar 2018

Onlineredaktion Bodo Pell


Mal was Neues – das hat man so noch nicht gehabt

Es kommt uns auf das einfühlsame Heranführen und auf die Begegnung an

Der Umgang mit behinderten Menschen fällt nicht jeden leicht. Jetzt wurde in der Diakonie Himmelstür in Wildeshausen ein Projekt gestartet um jungen Menschen einen Einblick in die Arbeit mit Menschen mit Behinderung zu geben, um Hemmschwellen oder Berührungsängste abzubauen.


Wildeshausen - Clara, Frieda, Sonja, Antonia, Lea und Alina – sechs Schülerinnen haben in den vergangenen Tagen Erfahrungen in den Tagesförderstätten der Diakonie Himmelsthür gesammelt. „Das war mal was Neues. Das hat man so noch nicht gehabt“, sagt Clara. „Es ist sehr interessant. Wir haben mit den Menschen Musik gemacht, getrommelt, gebastelt und gebacken“, ergänzt Frieda.

Die 14- und 15-jährigen Neuntklässlerinnen unter Leitung von Pastoralassistent Christopher Waide (26) haben ihren Firmunterricht der katholischen Kirchengemeinde St. Peter in den Weihnachtsferien in die Einrichtung für Menschen mit Assistenzbedarf verlegt. Am Anfang sei eine gewisse Scheu dagewesen. Man habe sich erst einmal gegenseitig beobachtet, doch das sei verständlich, sagt Waide. Viele neue Eindrücke seien auf die Schülerinnen „eingeprasselt“.


„Für uns ist es sehr bereichernd, wenn junge Menschen zu uns in die Tagesförderstätte kommen“, sagt Mitarbeiterin Heidrun Ebbers. „Die Beschäftigten sind auch daran gewöhnt. Wir haben viele Praktikanten, Schülerinnen und Teilnehmerinnen des Freiwilligen Sozialen Jahres.“ „Keine Musik heute?“, fragt eine ältere Dame. Nein, heute ist Vorlesestunde in der gemütlich warmen Laurentiuskapelle an der Dr.-Klingenberg-Straße. Heidrun Ebbers hat einen Roman von Graham Greene mitgebracht und liest daraus Seite um Seite vor – eine halbe Stunde lang, und alle hören zu.

„Wir möchten mit diesem Projekt jungen Menschen einen Einblick in die Arbeit mit Menschen mit Behinderung geben. Damit können wir Hemmschwellen oder Berührungsängste abbauen“, sagt die Bereichsleiterin der Tagesförderung, Helga Weller. Leiterin Rita Gogolin ergänzt: „Es kommt uns auf das einfühlsame Heranführen und auf die Begegnung an.“

Der Firmunterricht, den Pastoralassistent Waide gemeinsam mit elf Katechetinnen gestaltet, läuft seit Herbst. Anfang März ist Firmung. „Die 65 Firmlinge hatten die Wahl aus mehreren Projekten“, erklärt Waide. Mit seinem Konzept des sozialen Lernens möchte er den jungen Christen praktische Erfahrungen vermitteln. Diese werden dann im Unterricht besprochen. Waide selbst lernte als Firmling eine Behinderteneinrichtung in der Nähe seiner Heimatstadt Schwerin kennen und war tief beeindruckt. Das möchte er weitergeben. 


Über seine sechs Schützlinge sagt er: „Sie haben mit dem Thema zum Teil schon in ihren Familien Berührung gehabt und sind interessiert und aufgeschlossen.“ Besonders bemerkenswert findet er, dass die Schülerinnen bereit waren, drei Ferientage für ihren Besuch in der Diakonie Himmelsthür zu verwenden.




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